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Freitag, 6.7. 75.-
17-18°° Detlef Staude: Begrüssung und Einführung in die Philosophische Ferienwoche
20-22°° Detlef Staude: Das Leben - ein Spiel mit tragischen Helden und komischen Figuren?
Als Menschen leben wir nicht einfach, wir führen unser Leben. Dazu sucht man nach Orientierung, nach Sinn. Das Leben kann daher komisch sein, weil dessen Tatsachen und der Sinn, den man ihnen geben will, sich grotesk widersprechen. Dadurch aber vermögen Menschen auch zu tragischen Figuren zu werden, die trotz bester Absichten und Bemühungen scheitern. Das abendländische Individuum gewinnt seine Grösse und Liebenswürdigkeit aus ebendieser Spannung, wie die Dichtung der letzten Jahrtausende (z.B. Gilgamesch, Odysseus, Don Quixote) zeigt.
Samstag 7.7. 13.30 - 17.30 100.-
Joachim Jung : Führung durch das Nietzschehaus in Sils Maria mit Einführungsvortrag in Nietzsches Leben und Denken
15.30-18.00
Joachim Jung : "Was wird aus dem Gedanken selbst werden, der unter den Druck der Krankheit gebracht wird?"
Friedrich Nietzsche hat die Widerständigkeit des Leibes an sich selbst besonders schmerz- und dauerhaft erfahren müssen: Chronische Leiden haben seine zweite Lebenshälfte geprägt. So ist es wohl kein Zufall, dass gerade sein Denken immer wieder darauf zielt, den Menschen aus der Hybris der Leibvergessenheit und –mißachtung zu befreien. Wie kein Zweiter hat er dabei die Phänomene Krankheit und Gesundheit auch unter einer philosophischen Perspektive befragt und durchdacht: Die Intensität und die Ausführlichkeit, mit der er Verhaltensmöglichkeiten zu Leid und Schmerz aufzeigt, starre Zuordnungen im Spannungsfeld Gesundheit-Krankheit unterläuft und dabei einen Horizont für die Kräfte und Chancen öffnet, die in Schmerz und Krankheit verborgen liegen, überraschen und faszinieren.
Sonntag, 8.7. 9.00-12.00 95.-
Detlef Staude: Vorstellungen, Wille und Mitgefühl
Wenige Philosophen haben sich so fundiert über die Rolle von Leiden, Erkenntnis und Genuss im menschlichen Leben Gedanken gemacht wie Arthur Schopenhauer. Die Fundamente seiner Philosophie lernen wir hier kennen und beschäftigen uns anschliessend mit seinen zahlreichen Erkenntnissen und Anregungen zur Lebenskunst.
Sonntag, 8.7. 14.00-17.00 95.-
Christiane Pohl : Wenn das Leben anders läuft als gedacht...
Nicht immer verläuft das Leben so, wie wir es uns vorgestellt haben. Neben erfreulichen Entwicklungen können uns Gesundheit, Glück oder Sinnhaftigkeit verloren gehen. Wie und woran orientieren wir uns dann?
Montag, 9.7. 9.00-11°° 65.-
Christiane Pohl : Das, was dem Leben Sinn verleiht, gibt auch dem Tod Sinn
Die Gedanken an den Tod oder das Sterben sind für viele Menschen von Ängsten begleitet. Wir wollen uns mit Gedanken beschäftigen, die für eine innere Klärung und manchmal sogar für einen inneren Frieden sorgen können.
Montag, 9.7. 14.30-17.30 95.-
Eva Schiffer : Das gute Leben - ein Leben der Sorge, 'a life of care'
Nicht Sorglosigkeit und Vollversorgung sind es, die dem Leben Wert verleihen, sondern die menschliche Möglichkeit zur Selbsttranszendenz durch Sorge und Anteilnahme, die Fähigkeit, sich um Dinge zu kümmern, deren Wert über das eigene Selbst hinausgeht. Weder Konsum noch Produktivität erfüllen. Nur sich kümmern, Fürsorge, Sorgfalt - 'only care' - vermag das.
Montag, 9.7. 20.15 - 22.00 90.-
Joachim Jung, Christiane Pohl, Willi Fillinger, Detlef Staude : Was vermögen Humor und Musik?
Das Leben steckt voller Zwickmühlen, Herausforderungen, Höhen und Tiefen. Können uns darin Humor und Musik im Alltag eine Hilfe sein oder lenken sie ab davon, worum es im Leben existenziell geht? Welcher Humor und welche Musik können Erkenntnis fördern? Ist Philosophie eine humorvolle Angelegenheit oder voller existenziellem Ernst?
Dienstag 10.7. 9.00-12°° 95.-
Willi Fillinger: Leiden und Genuss - existenzphilosophische Reflexionen
Sokrates blieb oft stehen, wenn ihm etwas einfiel, worüber in Ruhe nachzudenken war. Er fragte nach - auch nach der Rolle der Wörter beim Denken. Was war kennzeichnend an seinem Denken und was hat dann später Nietzsche und Sloterdijk an Sokrates aufgeregt?
Dienstag, 10.7. 20.30 – 22.00 50.-
Detlef Staude: Wunschmaschinen
Lesung philosophischer Texte, Gedichte und Aphorismen zum Motto der Woche
Mittwoch, 11.7. 9.30 – 11.30 75.-
Detlef Staude: Gekonntes Scheitern - Befriedigung durch Begrenztheit
Das Scheitern gehört zum Leben, Versuch und Irrtum prägen es. Welches sind die Voraussetzungen dafür, dass ein Irrtum oder ein Scheitern uns einen Neuanfang erlaubt und dazulernen lässt? Ab wann werden die eingegangenen Risiken zu gross, um sie noch tragen zu können? Bis wohin sollte man aber auch Mut, Neues zu wagen, mitbringen? Welche Antworten hierauf finden wir in der Philosophie und welche helfen uns bei den Herausforderungen der Zukunft?
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Detlef Staude leitet seit 1997 die Philosophische Praxis philocom; studierte Philosophie, Germanistik, Kommunikationswissenschaften und Psychologie. In seiner Praxis bilden Seminare, Gesprächsgruppen, Beratungen und Philosophische Reisen den Schwerpunkt. Er ist Präsident des Netzwerks für Praktisches Philosophieren, philopraxis.ch, und Herausgeber dreier Bücher zur Philosophischen Praxis.

Christiane Pohl führt seit 20 Jahren eine Philosophische Praxis in Hamburg (Studium der Philosophie, Pädagogik, Sprach- und Literaturwissenschaft, Ausbildung zur Heilpraktikerin). Vortrags- und Seminartätigkeit in Firmen, Verbänden, Universitäten, wissenschaftlichen Foren. Einzelgespräche, betreuende seelsorgerische Tätigkeit, Trauer- und Sterbebegleitung.

Willi Fillinger, leitet seit 1995 die Philosophische Praxis „kopfvoran“ in Zürich. Er führt Einzelgespräche, veranstaltet Lektürekurse und Cafés philo und leitet Weiterbildungsseminare, zum Beispiel für RAV-Mitarbeitende. Im Jahr 2011 hat er eine philosophische Reise nach Griechenland durchgeführt. Inhaltlich reichen seine Interessen vom menschlichen Individuum zur Gesellschaft und Geschichte im Verhältnis zur Natur.

Joachim Jung ist langjähriger Kurator und jetziger wissenschaftl. Mitarbeiter des Nietzschehauses Sils Maria. Er leitet im Oberengadin vielfältige Veranstaltungen zu Kunst, Kultur und Philosophie und organisiert Kulturwanderungen. Von August 2003 bis Mai 2004 war er Lecturer an der University of Michigan, Ann Arbor, USA.
Eva Schiffer Dozentin für Philosophie und Englisch, langjährige Tätigkeit in der Erwachsenenbildung, Übersetzerin des Philosophen Karl Popper, leitet die eigene Philosophische Praxis tithenai in Zürich.
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