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11. Philosophische Ferienwoche Sils 2010

Detailliertes Programm

 

    

Dozenten

Samstag, 3.7.      75.-

17-18°° Detlef Staude: Begrüssung und Einführung in die Philosophische Ferienwoche

     

20-22°° Detlef Staude : Anfang ohne Ende - Zeit ohne Gegenwart

Nachmoderne Gesellschaften sind davon geprägt, dass es kaum noch Traditionen gibt, weil sich stetig alles verändert und auch das Neue bald wieder durch Innovationen ersetzt wird. Es zählt nur der aktuelle Stand. Aber diese zweifelhafte Aktualität ist gegenwartslos, sie besitzt nicht die Dauer einer gelebten Situation. Viele Erneuerungen werden nie wirklich abgeschlossen, weil sie schon bald wieder überholt sind. Wie lässt sich da leben, ohne haltlos vom Strom des Ewig-Neuen mitgerissen zu werden?

 

Sonntag 4.7.   13.30 - 15°°  und 15.30 - 18°°    100.-

Joachim Jung :  Führung durch das Nietzschehaus Sils Maria mit Einführungsvortrag in Nietzsches Leben und Philosophieren

Joachim Jung : Verräter und Entdecker - Abschied und Aufbruch im Leben und Denken Friedrich Nietzsches

Wanderung

  

Montag, 5.7.     9.00-11.30      85.-       

Detlef Staude: Den eigenen Anfang finden

Die griechischen Philosophen sprachen von der arché, dem Anfang, der letztlich das Folgende beherrscht, den zu kennen aber auch ermöglicht, sich selbst und die eigene Aufgabe und Entwicklung zu verstehen. Welche Gedanken stehen hinter dieser Annahme? Was bedeutet sie für unsere Zeit? Und wie lässt sich dieser Anfang finden? Wie zeigt er sich?

 

Montag, 5.7.     14.00-17.00      95.-

Eva Zoller : Kinder und die grossen Fragen - Wie Eltern und Lehrpersonen darauf reagieren können

Wo war ich, bevor ich auf der Welt war? Werde ich immer Ich sein? Warum können wir nicht ewig leben? Manche Kinderfragen sind eine echte Herausforderung! Anstatt sie mit unbefriedigenden Teilwahrheiten oder subjektiven Glaubensvorstellungen zu beantworten, dürfen wir Kindern zutrauen, mit unserer Hilfe darüber zu philosophieren. Mit Fantasie und Unverfrorenheit und sogar einiger Logik finden Kinder dabei oft eigene - vorläufige - Antworten.

 

Montag, 5.7.      20.30-22°°      50.-

Thomas F. Mastronardi : Ethiken für den Wandel

Wir suchen gemeinsam aus dem Schatz der östlichen und westlichen Philosophie Orientierungen fürs Loslassen, für den Wandel und den Neubeginn.

Philosophisches Café

 Dienstag, 6.7.      9-12.00     95.-

Martina Bernasconi : Hannah Arendts Konzept der Natalität / Geburtlichkeit

„Weil jeder Mensch auf Grund des Geborenseins ein initium, ein Anfang und Neuankömmling in der Welt ist, können Menschen Initiative ergreifen, Anfänger werden und Neues in Bewegung setzten.“ Über diese zentrale Aussage der politischen Philosophin Hannah Arendt möchten wir gemeinsam intensiv und lustvoll diskutieren.

 

Dienstag, 6.7.      13.30 - 15.30     75.-

Thomas F. Mastronardi : Werte in der postmetaphysischen Gesellschaft

Wir bewerten gemeinsam die Ethiken und Orientierungshilfen für den Wandel und die Krise und wählen die sympathischste und am wirksamsten erscheinende Ethik, Strategie und Vorgehensweise für einen fruchtbaren Wandel, Abschied und Neubeginn aus.

 

  

Dienstag 6.7.      20-22°°     90.-

 Christiane Pohl, Joachim Jung, Thomas Felix Mastronardi, Martina Bernasconi, Detlef Staude:

Dem Neuen einen guten Anfang ermöglichen  (Podium)

In der chinesischen wie in der griechischen Philosophie ist nur der, der den eigenen Ursprung versteht, in der Lage, sich zu beherrschen und in der Welt zu herrschen – aus dieser elementaren Kraft des Kontakts zwischen Selbst und Ursprung. Dieser Gedanke wurde bis zu Freud variiert und erneuert. Doch heute klingt die Rede vom „Ursprünglichen“ verstaubt und das Wort „Selbstbeherrschung“ verdächtig. Wie gewinnt das Selbst heute seine Souveränität und Kraft?

 


Mittwoch, 7.7.    9.00 – 12.00      95.-

Christiane Pohl :  Wenn sich das Leben dem Ende zuneigt

Wenn keine Zeit mehr vor uns liegt, stellt uns das vor besondere geistige und mentale Herausforderungen. Das betrifft unser eigenes Leben, aber auch die schwere Situation, einen nahe stehenden Menschen gehen zu lassen. Das Nachdenken darüber – u.a. mit Platon, Nietzsche, Marcel – und die sanfte Berührung dieser sensiblen Themen lassen uns unseren ganz eigenen Weg des Abschiednehmens finden – einen Weg, der nicht nur in der letzten Lebensphase von Bedeutung ist.

 

 

Mittwoch, 7.7.    20.30 – 22.00      50.-

Detlef Staude:  Herausforderungen des Wandels

Lesungen von Gedichten zum Motto der Woche

 

Donnerstag, 8.7.    9.30 – 11.30      75.-

Detlef Staude: Zukunft und Sinn

Es liegt auf der Hand: wir schmieden Pläne für die Zukunft, und ein grosser Teil des Sinns, den wir unserem Leben geben, liegt darin, dass sie sich erfüllen. Doch die Zukunft richtet sich oft nicht nach unseren Plänen, und es ist auch fragwürdig, wie sinnvoll es ist, in der Zukunft erst die Erfüllung zu suchen. Doch ist „ganz entspannt im Hier und Jetzt leben“ eine Alternative?
   
Detlef Staude leitet seit 1997 die Philosophische Praxis philocom; studierte Philosophie, Germanistik, Kommunikationswissenschaften und Psychologie. In seiner Praxis bilden Seminare, Gesprächsgruppen, Beratungen und Philosophische Reisen den Schwerpunkt. Er ist Präsident des Netzwerks für Praktisches Philosophieren, philopraxis.ch, und Herausgeber zweier Bücher zur Philosophischen Praxis.

    

     

 

 

Joachim Jung ist langjähriger Kurator und jetziger wissenschaftl. Mitarbeiter des Nietzschehauses Sils Maria. Er leitet im Oberengadin vielfältige Veranstaltungen zu Kunst, Kultur und Philosophie und organisiert Kulturwanderungen. Von August 2003 bis Mai 2004 war er Lecturer an der University of Michigan, Ann Arbor, USA.


     


 

Eva Zoller Morf gründete 1987 s'Käuzli, die Dokumentationsstelle für Kinder- und Alltagsphilosophie www.kinderphilosophie.ch . Sie bietet dort Seminare und Literatur zum Philosophieren mit Kindern an und unterrichtet die philosophische Pädagogik und Didaktik auch an mehreren Pädagogischen Hochschulen der Schweiz und im Ausland.


 

 

Martina Bernasconi, *1965, Philosophin, Politikerin, Lehrerin aus Basel. Inhaberin der Philosophischen Praxis „Denkpraxis“. 

 

 

 

Dr. Christiane Pohl führt seit 20 Jahren eine Philosophische Praxis in Hamburg (Studium der Philosophie, Pädagogik, Sprach- und Literaturwissenschaft, Ausbildung zur Heilpraktikerin). Vortrags- und Seminartätigkeit in Firmen, Verbänden, Universität, wissenschaftlichen Foren. Einzelgespräche, betreuende seelsorgerische Tätigkeit, Trauer- und Sterbebegleitung.

 



Thomas Felix Mastronardi studierte Philosophie in Fribourg und Paris, Recht in Bern und Mediation in Harvard; arbeitet seit 1972 als Anwalt, Mediator und schliesslich in der Philosophischen Beratung; Veröffentlichungen u.a. zu Mediation, Kommunitarismus, Diskurstheorie, Ethik und Rechtsphilosophie; arbeitet für Universitäten und NGOs in Brasilien


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